Medizinertest
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Eine ärztliche Karriere in Australien ist für viele Mediziner aus dem Ausland ein attraktives Ziel. Das Land ist jedoch für seine strikte Einwanderungspolitik bekannt und gewährt nicht jedem Antragsteller ein Visum. Dennoch besteht im Gesundheitssektor ein erheblicher Bedarf an qualifizierten Fachkräften, insbesondere an Ärzten. Für Mediziner aus dem Ausland ergibt sich dadurch die Möglichkeit, eine Karriere in Australien zu verfolgen. Auf dem Weg dorthin sind jedoch einige Regelungen und Voraussetzungen zu beachten.
Um überhaupt einem ärztlichen Beruf in Australien nachgehen zu können, musst du vorab einen Prozess von Registrierungen und Nachweisen durchlaufen. Du musst deine beruflichen Qualifikationen sowie deine Sprachkenntnisse nachweisen, dich offiziell für deine Branche registrieren und natürlich Visum und Arbeitserlaubnis beantragen. Wir werden dir die einzelnen Schritte in diesem Artikel näher erläutern.
Bevor du in Australien als Arzt tätig werden kannst, müssen deine ausländischen Abschlüsse anerkannt werden. Der Australian Medical Council (AMC) ist die zuständige Behörde für die Bewertung internationaler medizinischer Qualifikationen. Je nach deinem Ausbildungshintergrund gibt es verschiedene Wege zur Anerkennung:
Die Wahl des passenden Weges hängt von deinen individuellen Qualifikationen ab.
Um die Anerkennung zu erhalten, musst du die Prüfungen des AMC absolvieren, um deine medizinischen Kenntnisse und klinischen Fähigkeiten nachzuweisen. Der erste Teil ist ein computergestützter Multiple-Choice-Test mit 150 Fragen, der dein Wissen in verschiedenen medizinischen Fachgebieten prüft. Nach Bestehen dieses Tests folgt die AMC Clinical Examination, eine praktische Prüfung, die die klinischen Fähigkeiten beurteilt. Nach erfolgreichem Abschluss beider Prüfungen erhältst du das AMC-Zertifikat, das für die Beantragung der vorläufigen Registrierung beim Medical Board of Australia erforderlich ist.
Gute Englischkenntnisse sind unerlässlich. Um ein Visum zu erhalten, musst du in jedem Fall deine Sprachkenntnisse nachweisen. In Australien werden verschiedene Sprachtests anerkannt. Der International English Language Testing System (IELTS) wird von allen Institutionen anerkannt, eine Alternative ist der OET-Test. Dieser ist speziell auf das Gesundheitswesen zugeschnitten. Der Test wird von vielen Zulassungsbehörden für Gesundheitsberufe anerkannt, ist aber auch für generelle Visumszwecke zulässig.
Der nächste Schritt nach erfolgreicher Anerkennung deiner Qualifikationen, ist eine Registrierung beim Medical Board of Australia. Diese Registrierung ist notwendig, um in Australien praktizieren zu dürfen.
Je nach Qualifikationen, der angestrebten Registrierungsart und der geplanten Aufenthaltsdauer in Australien variiert der Registrierungsprozess. Auf der Website des Medical Board of Australia wirst du jedoch sehr verständlich durch diesen Prozess geführt.
Für die Arbeit in Australien benötigst du ein entsprechendes Visum. Dieses Antragsverfahren kann erst nach erfolgreichem Abschluss der Berufszulassung gestartet werden.
In der Regel kommt hier das Temporary Skill Shortage Visa (Subclass 482) infrage, das es dir ermöglicht, bis zu vier Jahre in Australien zu arbeiten. Voraussetzung ist ein Arbeitsangebot eines australischen Arbeitgebers. Alternativ kann das Employer Nomination Scheme Visa (Subclass 186) für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Betracht gezogen werden.
In Australien müssen im Ausland ausgebildete Ärzte und ausländische Absolventen einer anerkannten medizinischen Hochschule das sogenannte Zehn-Jahres-Moratorium absolvieren. Das heißt, du musst ab dem Zeitpunkt der medizinischen Registrierung für mindestens zehn Jahre in bestimmten Gebieten praktizieren:
Diese Regelung endet nach zehn Jahren für Ärzte mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus oder australischer Staatsbürgerschaft, bleibt jedoch für temporäre Einwohner unverändert bestehen.
Es besteht die Möglichkeit, die Dauer des Moratoriums durch sogenannte „Scaling Credits“ zu verkürzen. Ärzte, die in abgelegenen oder ländlichen Gebieten arbeiten, sammeln dabei Punkte, wobei entlegenere Regionen höhere Gutschriften ermöglichen. Mit ausreichenden Credits kann die verpflichtende Arbeitszeit in DPA- oder DWS-Gebieten reduziert werden. Die genaue Klassifikation der Gebiete und die entsprechenden Reduktionsmöglichkeiten können über den Health Workforce Locator eingesehen werden.
Der australische Gesundheitssektor bietet vielfältige Möglichkeiten für Ärzte. Die Verdienstmöglichkeiten variieren je nach Fachgebiet und Erfahrung. Als Berufseinsteiger verdienst du in Australien etwa 44.000 bis 48.000 Euro jährlich, ähnlich wie in Deutschland. Im weiteren Karriereverlauf steigen die Gehälter in Australien jedoch deutlich stärker an: In leitenden Positionen kannst du dort zwischen 135.000 und 400.000 Euro pro Jahr verdienen, während in Deutschland vergleichbare Positionen mit 79.500 bis 123.400 Euro vergütet werden. Zudem werden in Australien Überstunden oft doppelt bezahlt und Schichtarbeit zusätzlich bezuschusst. Fachärzte mit umfangreicher Erfahrung oder in Führungspositionen können noch höhere Einkommen erzielen.
Australische Krankenhäuser schätzen qualifiziertes Fachpersonal und bieten deutschen Medizinern ein Arbeitsumfeld, das dem in Deutschland ähnelt, jedoch insgesamt entspannter und ruhiger ist. Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist generell etwas enger und vertrauter. Zudem steht in Australien mehr qualifiziertes Personal für die Patientenbetreuung zur Verfügung, was zu einer verbesserten Arbeitsatmosphäre beiträgt.
Wenn du Erfahrungsberichte von Personen, die als Arzt in Australien gearbeitet haben lesen möchtest, gibt es verschiedene Foren.